Hormontherapie in den Wechseljahren
Wenn die Beschwerden der Wechseljahre zunehmend den Alltag bestimmen, beginnt irgendwann die Suche nach einer Lösung. Dabei stößt man schnell auf die Hormontherapie. Doch je mehr man darüber liest, desto mehr unterschiedliche Informationen findet man zu Wirkung, Nebenwirkungen und möglichen Risiken.
Ist eine Hormontherapie für mich sinnvoll oder kann sie sogar gefährlich sein?
Wir haben uns genauer angesehen, was eine Hormontherapie in der Menopause bewirken kann und welche Risiken tatsächlich belegt sind. Hier die wichtigsten Punkte.
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Was bewirkt Hormontherapie in den Wechseljahren?
In der Perimenopause und Menopause produziert der Körper zunehmend weniger Östrogen und Progesteron. Das ist ein natürlicher Prozess, kann aber mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder vaginaler Trockenheit einhergehen. Eine Hormontherapie führt dem Körper Östrogen zu, bei vorhandener Gebärmutter in der Regel zusätzlich ein Gestagen. Dadurch können vor allem Hitzewallungen und Schweißausbrüche gelindert werden.
Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Ob eine Hormontherapie sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden, dem Alter, möglichen Vorerkrankungen und den individuellen Bedürfnissen ab.
Welche Nachteile kann sie haben?
- Kurzfristig: Brustspannen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Wassereinlagerungen oder Blutungen
- Brustkrebsrisiko: hängt wesentlich von Art und Dauer der Therapie ab. Bei einer kombinierten Therapie aus Östrogen und Gestagen kann das Risiko insbesondere bei längerer Anwendung ansteigen.
- Gebärmutterschleimhaut: Östrogen allein ohne ausreichenden Gestagenschutz kann die Schleimhaut stärker verdicken
- Herzinfarkt und Schlaganfall: Bei Beginn vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Menopause ist die Datenlage insgesamt beruhigender. Bei späterem Beginn kann sich das Nutzen-Risiko-Verhältnis verändern.
- Thrombose: Östrogen als Tablette kann das Risiko erhöhen. Bei Gel oder Pflaster scheint der Anstieg nach aktuellen Studien deutlich geringer zu sein.
Bioidentische Hormontherapie: Ist sie besser?
Gemeint sind Hormone, die in ihrer chemischen Struktur den körpereigenen Hormonen entsprechen. „Bioidentisch“ bedeutet nicht automatisch besser oder nebenwirkungsfrei. Studien deuten allerdings darauf hin, dass mikronisiertes Progesteron im Vergleich zu einigen synthetischen Gestagenen ein günstigeres Risikoprofil haben könnte.
Fazit
Deine Wechselbeschwerden sind real und sie verdienen mehr als eine pauschale Antwort. Es gibt keine Hormontherapie, die für alle Frauen gleichermaßen passt. Gemeinsam mit einer Frauenärzt:in kannst du deine Möglichkeiten besprechen und abwägen, welcher Behandlungsansatz zu dir passt.
Zum ausführlichen Artikel: Hormontherapie in den Wechseljahren
